Schattiges Plätzchen fast mitten in Madrid



Wenn man sich schon Architekturbüro nennt, sollte man nicht in einem angemieteten Bürokomplex hausen, sondern gleich seine Visitenkarte dem Kunden baulich anbringen. So geschehen im Falle Selgas Cano aus Madrid.


Mitten in einem Wäldchen wurde eine längliche Röhre in den Boden halb eingelassen. Dieses althergebrachte Prinzip hat zwei Vorteile: Erstens die Temperatur des Erdreiches wechselt nicht so stark wie die Außentemperatur, d.h. das Haus bleibt im Sommer kühl, im Winter wärmer durch die natürliche Isolierung. Zweitens die Sonne kann das Haus nicht so stark aufheizen, als wenn es freisteht.

Farbige Türen - der Hingucker in modernen Einrichtungen


Farbige Tür aus dem Ruemag - schreiender Hingucker im Flur

Nicht immer Weiß möchte man schreien, wenn man schicke Einrichtungen sieht, aber der Blick auf einfach weiße Türen fällt! Dabei kann eine farbige Tür den Weg für Gäste ins Esszimmer führen oder aufs stille Örtchen, falls diese etwas versteckt in der Wohnung liegt. Es muss ja nicht leuchtend, fast fluoresziernd Grün - wie obiges Zimmer aus dem Ruemag - sein...

Shutter in grünblauer Farbabfolge aus dem HeartHome Magazin

Gut, meist sind einem die Hände gebunden, Farbe an Türen einzusetzen - zumal in gemieteten Wohnungen. Aber dann bleiben noch weitere Türen im Heim übrig: innwändige Schlagläden ("Shutter") oder Kleiderschranktüren. Richtig schick wird es, wenn diese Schlagläden - wie obiger Wintergarten aus dem HeartHome Magazin - in einer Farbfolge gestrichen werden. Uns ein wenig zu dunkel für ein Zimmer zwar, aber als Idee für einen Monster-Kleiderschrank im Schlafzimmer bestens: Die dunkelblaue Tür vom Kleiderschrank ist für Schuhe, hellblau für Wintersachen, eisblau für Unterwäsche, türkisfarben für Sommersachen und die dunkelgrüne Tür für Abendgarderobe...

Typisch griechisch - verbaute Kieselsteine verströmen heimisches Flair!


Cocoon Suites - Hotel auf Mykonos

Die organischen Formen der Häuser und seiner Mühlen sind das Vorbild für die neu gestalteten Cocoon Suites auf Mykonos. Das KLab Architecture Team nimmt somit das typische Äußere der griechischen Insel mit in den Innenraum des Hotels. Keine Ecken und Kanten - in jedem Hotelzimmer ist alles sanft abgerundet wie in einem zarten "Spinngeflecht". Oder wie aus Erde geschaffen. Aber weiß gestrichen - wie alles auf Mykonos. Schon mal beobachtet wie im zeitigen Frühjahr die griechischen Häuser mit einem Wischmop gekalkt werden? Alles, was im Weg steht - vom Mäuerchen bis zum Blumentopf wird einfach mitgeweißt. Nur der Fensterrahmen wird strahlend blau, weil dann weniger Insekten den Weg ins Zimmer finden. Damit sich in den vorhandenen Ecken der Hotel-Einrichtung keine Viecher sammeln, sind blaue Lichtröhren unterm schwebenden Bett und Schreibtisch verbaut.
Das zweite typisch Griechische sind die Kieselsteine: In den nassen Beton halb eingelassen, zeigen die Kieselsteine einerseits den Weg ins Zimmer, andererseits nehmen sie als Wanddeko den Schwung der schwebenden Betten auf.

Cocoon Suites - Hotel auf Mykonos

Die Schilfabdeckung der Mühlen wird als Deckenabhängung und Schattenspender vor Fenstern eingesetzt - eine raffinierte schallschluckende Maßnahme im Hotelzimmer. Dankenswerterweise nutzt das KLab Architecture Team bei der Ausstattung der Cocoon Suites keine typisch griechischen bunten Holzstühle, sondern nimmt die kühle organische Form der Wände auf und setzt auf moderne Betten und Designklassiker wie den Eames Chair oben oder den blattförmigen Arper Metallsessel unten im Foto. Weitere Bilder auf Freshome.

Midcentury Stil - immer wieder liebenswert


Schmeichelnde Einrichtung: alter und neugekaufter Midcentury-Stil

Die klare Linie mit kleinem Witz ist das Salz in der Suppe einer Einrichtung. Nur dann ist das Auge geschmeichelt. Richtet man sich nach dem Versandkatalog ein - inklusive der obligatorischen Vase und Kissen auf dem Sofa - so bleibt diese Einrichtung unpersönlich, schlimmstenfalls wirkt sie zusammengewürfelt, obwohl man es ad hoc gekauft hat.

Schmeichelnde Einrichtung: alter und neugekaufter Midcentury-Stil

Brin Reinhardt und Nathan Ursch mischen in Brooklyn (USA) geschickt Altes und Neues miteinander: Die schmucken Prouvé Stühle in Mintgrün plus dazugehörigen Tisch mit schwarzem Gestell und Regal mit weißen Leisten sind derzeit bei VITRA erhältlich. Während oben eine uralte Vespa aus den 60er Jahren die Blicke auf sich zieht, nehmen hier die grünen ENO Vasen und diese unsägliche Eames Schichtholz-Schiene von HERMAN MILLER den Blickfang ein. Beleuchtet von einer Artischocke als Designklassiker...

Bücherstapel an allen Ecken und Enden


Bücher im offen gelassenen Kamin bei Tara Percy, New York, Designsponge

Wo so manche ihre Bücher stapeln! Könnte man ausrufen angesichts unseres letzten Blogs über Büchertreppen und nun dieser Fotos! Gut nicht jeder hat offene, nicht mehr zu gebrauchende Kamine, deren Leere nur einen angähnt. Kein Wunder, dass nicht jeder gleich einen bombastischen Blumenstrauß oder glänzende Dekoobjekte in den dunklen Raum mit schicken Rahmen verfrachten will. Aber Bücher? Interessante Idee.

Bücherregal vorgestellt auf Freshome

Klassisch, sagt man auf den ersten Blick: Aber oho, auf den berühmten Zweiten. Hier wurden an einer sehr hohen Wand wild verschiedene Wandregale oder gleichmäßig zerschnittene große Bücherschränke drapiert. Reizvoll auf dem rot lackierten Hintergrund. Wenn uns nun einer noch erklärt, wie man oben links an das Buch kommt? Per Kran, der dunkelrot sich durchs Bild hievt?

Büchertreppe - das platzsparende Bücherregal


Regal und Treppe - Stauraum en masse

So manches Heim kämpft mit der Platznot: hier der Essplatz und die offene Küche, dort die bequeme Lounge samt aller Unterhaltungsmedien. Flugs ist das selten schön anzusehende heimische Büro im Schlafzimmer hinter einer Gardine oder bestenfalls einer Schiebetür verschwunden. Bleiben noch die Unmengen an Bücher und Zeitschriften, die sich so im Laufe eines Lebens Ansammeln: Bücherregal? Kein Platz!

Regal und Treppe - Stauraum en masse

Das britische Designer- und Architekten-Team Levitate ist auf eine geniale Idee gekommen, Treppe und Bücherregal raffiniert zu verbinden. Verlängerte Tritte erleichtern das Auf- und Absteigen der Büchertreppe, durchgehende und rundum verlaufende Regal bieten genügend Stauraum für Bücher und Zeitschriften. Mit schweren Kunst- und Lexika-Schinken wird man wohl seine Schwierigkeit in dieser Büchertreppe bekommen. Oder man gewöhnt sich eine neue Stapelung der dicken Bücher im Regal an: liegend.