Ruhe und Gelassenheit in minimalistischer Natürlichkeit


Minimalistisches Design in schwarz-weißer Natürlichkeit: Ruhe und Gelassenheit einer Einrichtung

Ruhe und Gelassenheit strahlen diese Räume aus. Wohldefiniertes Schwarz-Weiß mit dem gewünschten Schuss Natürlichkeit, das die Härte der Nichtfarben abmildert, ihnen die Wärme und Geborgenheit vermittelt.
Minimalistisches Design in schwarz-weißer Natürlichkeit: Ruhe und Gelassenheit einer Einrichtung

Der niederländische Designer mit chinesischen Wurzeln, San Ming hat im Amsterdamer Viertel Zuid seine Wohnung in einem neutralem, nahezu anonymen Haus gefunden - eine ideale Spielwiese, um seine Einrichtung in einem offenen Grundriss zu verwirklichen. Keine historischen Türen, verspielter Stuck an den Decken wie es in den Altbauten rund um die Grachten in Amsterdam üblich ist...

Verrückte Glaswelt in Schijndel oder wie baue ich ein modernes Bauernhaus?


Glass Farm in Schijndel als bedruckte Glashaus der MVRDV Architekten

Das kleine Schijndel im niederländischen Nordbrabant hat durch seine Lage nahe der deutschen Grenze im Zweiten Weltkrieg arg gelitten. Bomben zerstörten die Ortsmitte, sodass ein großer Platz den Ort fast auseinanderriss. Jahrzehntelang wurde über die Neubebauung gestritten. Das eine war zu auffällig, das ander zu kleinkariert. Auch die mehrfach ausgezeichneten niederländischen Architekten MVRDV brauchten sieben Anläufe bis zu diesem einmaligen Haus: die Glass Farm. Nein, MVRDV haben hier nicht einfach ein typisches Bauernhaus errichtet; das wäre zu einfach! Sie haben mehrere Bauernhäuser der Umgebung ausgemessen, fotografiert und etwas Neuartiges entworfen:

Mid-Century Design ohne Firlefanz: Dornstab-Leuchte von Kalmar


Dornstab Stehleuchte von Kalmar - Mid-Century Design wieder aufgelegt!

Starkult als Designer wie ein Philippe Starck oder Karim Rashid? Nicht mit dem Wiener Julius Theodor Kalmar: 1913 übernimmt der gelernte Gürtler das Familienerbe einer Bronzefabrik, nachdem er die Wiener Kunstgewerbeschule und die Birmingham School of Arts besucht hat. Infiziert von der englischen Arts-and-Crafts Bewegung, angeregt durch die Architekten des Werbundes setzt sich der junge Familienunternehmer Julius Theodor Kalmar mit neuen Aufgaben des Designs fernab der künstlerischen Ausschmückung auseinander. Der Zierrat des Wiener Jugendstils ist im zuwider. Passend zu dem nach dem Ersten Weltkrieg gebauten schlichten, modernen Wohnungen und Häuser produziert er minimalistische Entwürfe des Werkbundes, nimmt das Design eines jungen Josef Frank auf, der 1933 nach Schweden emigriert und durch seine Entwürfe für Svenskt Tenn berühmt wird. Und Julius Theodor Kalmar? Entwirft nach dem zweiten Weltkrieg vor allem Lampen und Leuchten für Einzel- und Serienproduktion. Stattet das Burgtheater, die Oper und die Börse mit minimalistischen Leuchten aus und entwirft 1947 im Vorübergehen die aufregende Dornstab-Leuchte. Ein langer Stab auf einem gebogenen Fuß, der einen erinnert an einen simplen Stiefelknecht. Ein konisch zulaufender Stofflampenschirm mit zentraler E 27 Fassung. Ein Kabel, das weder versteckt wird, noch in einer Führung verläuft. Was ist das Besondere an dieser Stehleuchte? Der Dornstab! Mehrere kleine Haken wie Dornen an einem Dornstab laden ein, den Lampenschirm in der Höhe zu verstellen. Und damit die Stehleuchte immer genügend Strom hat, muss das Kabel einfach baumeln. Simpel und einfach perfekt. Und heute wieder neu zu kaufen bei Kalmar.

Leidenschaftliches Design in Pariser Knallfarben


Designklassiker der Bouroullec Brüder, Marc Newson, Robin Day, Gino Sarfatti, Tobias Rehberger und Pierre Paulin in Design-Farbe

Didier und Clémence Krzentowski sammeln leidenschaftlich Designklassiker ab den 1950er Jahren bis heute. Um jedem Designklassiker den rechten Rahmen zu geben tauchen sie ihre Pariser Einrichtung in kräftige Farben. In einer schwarz gestrichenenen Nische steht ein Sofa der Bouroullec Brüder mit seiner markanten Riffelstruktur, davor liegt ein grüner Teppich von Hybert Fabrice mit dem Organ Tisch von Marc Newson. Charmant sind die zwei zierlichen Stühle von Robin Day, die eher als Skulpturen in Rot und Blau mit dem Sofa sprechen. Während die Glaskugelleuchte aus den Händen Gino Sarfattis stammen, ist die bunte Pendelleuchte von Tobias Rehberger.

Designklassiker der Bouroullec Brüder, Marc Newson, Robin Day, Gino Sarfatti, Tobias Rehberger und Pierre Paulin in Design-Farbe
Zum dominanten Blau der Wände gesellen sich Sessel in Grün und Gelb von Pierre Paulin um einen knallroten Couchtisch aus den Händen von  Martin Szekely. Die imposante Deckenleuchte und die zierliche Stehleuchte kreierte in den Fifties Gino Sarfatti. Zwei moderne Ledersessel und jede Menge Leuchtreklame von Jam Roades runden die Einrichtung ab. Was uns interessiert ist das kuriose Blumenarrangement mit der imposanten Haube, das wohl von den Bouroullec Gebrüdern stammt. Noch nie gesehen...

Casalino - ein unterschätztes Space / Atomic Age Design



Wer redet eigentlich immer über Panton Chair? Ebenso schwungvoll ist der Casala Stuhl von Alexander Begge für die deutsche Marke CASALA, die aufgrund des Hypes um Designklassiker wieder neu aufgelegt wurde. Schließlich lohnt sich bei wachsenden Preisen wieder in den Markt einzugreifen. Und so zeigt sich der Casala Stuhl in fiberglasverstärktem Kunststoff nicht nur äußerst schwungvoll in der Form, sondern auch recht stabil - außer man hat komplett zappelige Kinder, die in einem fort am Esstisch kippeln. Dass hält der stabilste Holzstuhl nicht aus und sollte Kindern schnellstens abgewöhnnt werden. (Ein wenig Erziehung schadet auch im späteren Erwachsenenleben nicht!) Aber warum ist der Casala Stuhl und sein ebenfalls aufgelegter Kompagnon Casalino nicht so bekannt wie der Panton Chair? Weil einfach die Schweizer Firma VITRA mit einem viel größeren, weltweiten Werbeaufwand auf ihre Möbelstücke aufmerksam macht. Und für Werbung sind wir alle empfänglich, so sehr wir es auch abstreiten. Oder lesen sie keine Design- und Wohnzeitschriften?

Villa Planchart in Venezuela - Gio Ponti und seine Spielwiese der 1950er Jahre


Wohnen im italienischen Mid-Century Design - perfekte Einrichtung zwischen Farbe, Marmor und Designklassiker

Aus dem fernen Venezuela flogen Anfang der 1950er Jahre Amando und Anala Planchart nach Mailand, um Gio Ponti zu überzeugen, für sie ein Haus zu bauen. Der italienische Architekt zögerte, kam dann jedoch der gut bezahlten Berufung nach, zumal sie ihm auch viel künstlerische Freiheit zuließen. So importierte er fast alles aus Italien nach Venezuela, um sich wohl nicht mit den örtlichen Befindlichkeiten auseinanderzusetzen? ...